Anal für Anfänger Teil II

Anale Fürsorge
Stück für Stück wird es Spannender. Und das meine ich wortwörtlich. Denn um sich wohlfühlen zu können, muss man sich seines eigenen Körpers erst mal bewusst werden. Der Anus ist ein Teil von uns und das ist auch sehr gut so. Aber wir sollten ihn nicht nur im Gedächtnis haben, wenn wir auf die Toilette müssen und ausschließlich damit in Verbindung setzten. Männer sind sich ihres Penis oft bewusst. Im Allgemeinen ist er nicht versteckt, hängt da herum und sie sehen ihn, wenn sie auf Klo müssen. Bei Frauen ist das etwas anders. Aber viele interessieren sich dafür, dort einen Blick zu riskieren und wollen wissen, wie sie da unten aussehen. Das sollte auch für alle anderen Körperteile gelten. Es ist völlig okay sich selbst anzuschauen und zu erkunden, wer man eigentlich ist. Sprich, dass selbe gilt für den After. Sowohl Männlein als auch Weiblein können sich mit der Spiegelmethode selbst betrachten und erforschen. Erst wenn ich mich selbst kenne, kann ich mich ganz meinem Partner anvertrauen. Also zumindest geht das mir so! Wer sich aber denkt, “das ist doch trotzdem schmutzig!“ kann dies ja unter der Dusche ausprobieren. Dies ist ein sicherer Ort, an dem man es sich kuschelig warm machen kann und sich selbst sauber bekommt ohne großen Aufwand. Da müsst ihr euch dann keine Sorgen machen euch mal dort anzufassen. Es ist nur euer Körper. Auch wenn damit unterschiedlichste Emotionen hochkommen können, ist das völlig normal. #FaceTheAnus

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Wie fange ich an?
Lasst euch beim Erforschen Zeit, bevor ihr etwas einführt. Achtet auf eure Atmung und bleibt ruhig. Umso mehr ihr euch konzentriert oder die Luft anhaltet, desto mehr versteift ihr euch. Probiert es am Anfang ganz vorsichtig und nur mit dem Finger. Massiert den Außenbereich und halten den Finger leicht gedrückt dagegen und verharrt dort. Wie ich zuvor bereits erklärt habe, gewöhnt sich der Körper daran und lädt den Finger ein, sich weiterzubewegen, wenn er soweit ist. Das werdet ihr dann merken, zwingt euch also nicht gleich das volle Programm auf. Tastet euch im wahrsten Sinne des Wortes langsam vor. Fragt euch selber, ob es in dem Moment angenehm ist oder nicht. Aber ihr solltet wissen, dass ungewohntes sich oft erst mal komisch oder unangenehm anfühlt. Daher probiert es langsam und vorsichtig ein paarmal aus (nicht am selben Tag und nur wenn ihr euch danach fühlt). Achtet auf eure eigene Grenze und schaut, ob sich das Gefühl von Mal zu Mal etwas ändert. Wenn ihr es partout nicht mögt, ist das auch völlig in Ordnung. So oder so solltet ihr immer vorab ein *warm up* machen. Bereitet euch mental und auch körperlich darauf vor. Das macht ihr, indem ihr euch kleine Massagen vornehmt, euch langsam anfasst und nicht direkt ohne Vorbereitung etwas einführt. Hört immer auf euren Körper. Wenn euer Partner fragt, ob ihr Analsex ausprobieren wollt, sagt nicht einfach ja, weil ihr wisst, dass der Partner es will. Guter Sex startet bei einem eigenen guten Sexleben. Egal ob singel oder vergeben auf welche Art auch immer, erst wenn man sich selbst kennt, kann man sich richtig entspannen, genießen und die Erfahrungen als wirklich lustvoll empfinden.

478f6416bfd25ad77a124e7a2ea8e07bWie gehe ich das Thema mit meinem Partner an?
Redet über eure Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche. Auch Timing, Vertrauen und wie man darüber spricht, spielt dabei eine Rolle. Fragt vorsichtig nach, fordert nicht einfach etwas ein. Oder überrascht euren Partner/eure Partnerin nicht einfach mit einer Tube Gleitgel und der Idee nach der Arbeit. Nehmt euch eine ruhige Minute und schmückt euren Wunsch in schöne Worte. Ein kurzer Vergleich: “Lass uns doch mal einfach Analsex ausprobieren“.Oder: “Hast du vielleicht Lust darauf, dass wir mal etwas Neues probieren? Ich würde gerne deinen Körper noch weiter kennenlernen. Gerne würde ich dich mehr erforschen, wenn du dafür bereit bist“. Klingt doch schon ganz anders und gibt dem gegenüber nicht die Panik, dass da jetzt groß sofort etwas erwartet wird und schon gar nicht, dass man direkt Analverkehr haben muss. Redet einfach darüber und tastet euch langsam vor. Denkt darüber nach, wie ihr anfangen möchtet und steigert euch langsam. Benutzt eure Finger, wenn ihr mögt probiert es oral oder nutzt auch erst mal Plugs um euch daran zu gewöhnen. Ihr müsst nicht gleich mit dem Penis an der Tür klopfen. Wenn es dann soweit ist, dass ihr etwas probiert, sagt dabei, wie ihr euch fühlt. Sex, Petting und egal welche Art von Vorspiel oder Warm up ihr probiert muss nicht stumm sein. Sagt, wie ihr euch dabei fühlt, was ihr empfindet und ob es was Gutes oder Schlechtes ist. Das ist das A und O, auch wenn viele von euch das immer wieder bei mir lesen werden. Das kann man nicht oft genug sagen. Genau so ist es bei dem Gespräch DAVOR wichtig zusagen, wenn euch etwas zurückhält. Falls ihr negative Erfahrungen hattet, euch etwas Bestimmtes dabei bedrückt. Das Reden darüber kann euch helfen und zeigt, dass ihr eurem Gegenüber vertraut. Das kann auch zu einer engeren Bindung führen, egal ob es am Ende zu den ersten Analerfahrungen führt oder nicht. Analsex hat gerade am Anfang nichts mit Spontanität zu tun und das muss es auch gar nicht. Viele Bondage Sessions sind vorher geplant von beiden Seiten. Das beschert Vorfreude und besonders die Sicherheit für beide, dass sie wissen, was der andere macht bzw. worauf man sich selbst einlässt. Und manchmal schafft man es auch nicht geplantes einzuhalten. Jeder von uns hat einen Arbeitsalltag, mal mehr oder weniger Stress und auch manchmal einfach nicht Lust auf mehr als Schmusen. Auch das ist okay. Wenn ihr für etwas nicht bereit seid, sagt nein. Das ist euer recht und keiner kann euch zu etwas zwingen. Setzt ruhig eure Grenzen für einen Abend fest. Vertrauen und Respekt sind hier die wichtigen Stichworte. Der Erforschende sollte sich in die Rolle des anderen hinein fühlen und der andere muss dem Partner vertrauen, dass er alle Grenzen berücksichtigt und nichts überstürzt. Gebt die Zeit, die der andere braucht. Versucht mit der zeigt auch passende Position für euch zu finden, wie ihr euch wohlfühlt und es dann später auch beim Sex am besten passt. Hier muss man nämlich wieder etwas auf die Anatomie achten. Wie ihr oben auf dem Bild sehen konntet, macht der Analkanal, nämlich eine leichte Kurve. Das kann das Penetrieren etwas schwieriger machen. Probiert euch vorsichtig aus. Wenn ihr Sorge habt, dass euer Partner zu schnell stoßen könnte dabei, sucht euch eine Position, in der ihr die Kontrolle darüber habt. Das beruhigt euch und ihr könnt alles im Eignen Tempo ausprobieren.

Partnerspiel – Es beginnt.
Jetzt etwas detailliert zum gemeinsamen erforschen. Hier kriegt ihr noch ein paar Tipps und Tricks. Fangt ruhig an euren Partner/ eure Partnerin allgemein zu massieren und arbeitet euch langsam in den Bereich vor. Massiert die Pobacken. An diejenigen die Massiert werden: leitet euren Partner ruhig dahin, wo ihr es mögt und zeigt auch, was ihr angenehm findet. Wärmt euren Körper durch die Massage auf und bringt ihn in Stimmung. Streichelt und massiert auch die Innenseiten der Schenkel. Den viele Muskelstränge sind miteinander verbunden und dadurch entspannt sich der Pobereich besonders gut. Geht auch die Fläche zwischen den Pobacken entlang und tastet euch einfach vor. Wer gerne mehr zu Analmassagen lernen will, kann sich bei Yella Cremers Anleitung für Analmassagen bei Fun Factory kaufen. Wenn ihr ein Abenteuer geplant habt, könnt ihr euch den Tag über oder ein paar Stunden vorher tragen. Dann gewöhnt sich der Bereich dran, es ist ein aufregendes, stimulierendes kleines Geheimnis zwischen euch und dem Partner (wenn ihr es ihm/ihr veratet) und entspannt die Muskeln daran, etwas dort zu tragen. Allein die Fantasie kann sehr aufregend sein. Geht es dann zum Sex achtet wieder auf eure Atmung. Hier gibt es die kleine Faustregel: Breathing out – pushing in. Also Ausatmen – rein drücken. Hierbei seit ihr bitte genauso vorsichtig, aber diese Technik erleichtert das Eindringen etwas. Ansonsten probiert ihr es wie im Eigentest vorher. Soweit es geht ohne Schmerzen vordringen und dann stillhalten. Wenn der Körper bereit ist, wird er sich weiter öffnen und den Partner (oder auch das Toy) einladen. Nun ein paar Worte zur Prostata, welche nur Männer haben. Dies ist eine kleine Drüse, welche die Samenflüssigkeit herstellt. Diese schwillt beim Sex etwas an, was ihre Stimulation erleichtert. Diese kann man meistens mit den Fingern fühlen. Die Prostata sitzt ca. 5–10 cm in Richtung Bauchdecke und hat eine wallnussartige Oberfläche. Hier ist es ganz unterschiedlich. Manche Männer mögen die Stimulation dort besonders und vergleichen dies mit dem weiblichen G-Punkt und erlangen so längere und intensivere Orgasmen. Andere finden es unangenehm und finden die Stimulation an dieser Stelle eher störend und unangenehm. Daher sprecht miteinander und probiert es vorher selber aus. Auch für die Männer gibt es eine Anleitung für Analmassagen, falls ihr interessiert seid. Eine andere wichtige Regel zum Analverkehr: Nach dem Analsex macht man niemals vaginal weiter, ohne sich vorher zu waschen. Das liegt nicht daran, dass man nicht sauber war, sondern das die Vagina einen ganz bestimmte PH Wert hat und dort anfällig für Infektionen ist. Das ist wirklich wichtig, daher stellt das vorher untereinander klar. #IfYouTouchMyAnusDontTouchMyVigina

Fall es im Eifer des Gefechts doch mal passiert, wascht euch danach einfach mit einer Seife die den entsprechenden pH-Wert haben oder nutzt eine Antipilzcreme zur Vorbeugung.
Und was bedeutet rimmingRimming meint die anale Simulation mit der Zunge. Viele schrecken alleine gedanklich davor zurück und ich wette der ein oder andere verzieht bei diesem Satz gerade das Gesicht. Aber wer sich richtig pflegt und säubert, muss sich dabei keine Gedanken machen. Ansonsten könnt ihr für Analspielchen Handschuhe, IMMER Gleitgel, Lecktücher für alle, die die Zunge nicht direkt ansetzten möchte und Kondome verwenden. Nehmt ihr für den Analsex ein Kondom, was ich immer empfehlen würde, könnt ihr ihn einfach abziehen und dann ohne Umwege direkt vaginal weiter machen. Besonders wichtig ist, dass ihr nicht direkt auseinander geht. Sprecht danach über eure gemeinsame Erfahrung. Tauscht euch aus, was war gut? Was nicht? Was wünscht ihr euch fürs nächste Mal? Kuschelt und nehmt euch Zeit für einander. Ihr habt etwas ganz besonderes intimes geteilt. Lasst euch nicht einfach alleine und nehmt euch den Moment danach.

Ich weiß das war sehr viel Input. Aber hierbei handelt es sich um ein wirklich pikantes Thema, mit dem viele überfordert sind oder einfach sich unüberlegt drauf stürzen und sich so die theoretisch schöne Erfahrung zunichtemachen. Der Workshop ging gut drei Stunden und wie ihr merkt haben wir das auch gebraucht. In meinem zweiten Teil bekommt ihr wieder die Übersichtliste der vorgestellten Toys von Fun Factory für ANALEN Spaß.

Weiter zu Teil III

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